Schlafstörungen mit TCM behandeln


Sind sie auch den ganzen Tag müde, aber wenn Sie im Bett liegen, können Sie nicht schlafen?

Die Fähigkeit abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, haben viele Menschen verloren.

Der unruhige Blick auf die Uhr und das Ausmalen der Folgen für den nächsten Tag sind kontraproduktiv. Schlaftabletten oder Alkohol helfen zwar kurzfristig, aber auf Dauer verstärken sie die Problematik. Sie verschlechtern darüber hinaus die Schlafqualität und man fühlt sich am Morgen nicht erholt.

Davon abgesehen gewöhnt der Körper sich sehr schnell daran und kann ohne diese "Krücke" bald nicht mehr schlafen.

Mit chinesischer Medizin kann man Schlafstörungen meist sehr gut behandeln und das ohne Nebenwirkungen. Besteht die Störung aus einem energetischen Ungleichgewicht, hilft oft Akupunktur sehr gut. Bei lang andauernden chronischen Störungen kann es auch sinnvoll sein chinesische Arzneikräuter einzusetzen.

Man unterscheidet Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, morgendliches frühes Aufwachen und allgemein einen sehr unruhigen und traumgestörten Schlaf.

 

 

Schlafstörungen aus Sicht der TCM


Yin und yang bestimmen den Schlaf-Wach- Rhythmus.

Yin und Yang bedingen sich und gehen auseinander hervor. Eins kann ohne das andere nicht bestehen. Während Yang Aktivität, Tag, Sonne, Licht und Wärme beschreibt, steht Yin für die Nacht und für Dunkelheit, Ruhe, Schlaf und Kühle. Daraus leitet sich ab: man schläft besser, wenn es dunkel, kühl und ruhig ist.

Tagsüber zirkuliert die Abwehrenergie an der Oberfläche des Körpers um den Körper vor äußeren Angriffen zu schützen. In der Nacht geht diese Energie nach innen und während der Nacht, der yin Zeit, erfolgt die Regeneration des Körpers, es folgen Reperaturvorgänge im Inneren des Körpers, so dass nach einer erholsamen Nacht am Morgen wieder neue Yang Energie zur Verfügung steht. So fühlt man sich umgekehrt energielos, wenn man  schlecht schläft.

 

Warum fällt es vielen Menschen schwer erholsam zu schlafen?

 

Viele äußere Zustände führen aus TCM Sicht dazu, dass man schwer zur Ruhe kommt, nicht ins Yin findet.

Unsere hektische Welt ist weitestgehend von der Natur abgekoppelt. Der Alltag ist oft hektisch und es fällt schwer den Stress abzuschalten. Fernsehen bis spät abends, insbesondere aufregende Inhalte, schauen auf Handy und Computer führen nicht zur Entspannung, sondern halten wach.

Abends Sport treiben ist aus Sicht der TCM auch kontraproduktiv. Genau so wie zu spätes und zu üppiges Essen. Aus TCM Sicht möchte der Körper nachts nicht mit Verdauungsvorgängen beschäftigt sein. Auch kaltes Essen insbesondere Rohkost am Abend stellt für den Körper viel Arbeit da. Der aber möchte abschalten und sich regenerieren.

"Alles in Maßen", das ist ein Ausspruch der sich immer etwas langweilig anhört.

Ein Leben auf der Überholspur mit viel Arbeiten, langen Nächten, Parties etc. hört sich natürlich aufregender an und wir leben ja auch immer unter der Prämisse, dass die Zeit kostbar ist und man so viel wie nötig "herausholen" muss.

Wenn man aber bedenkt, dass es aus Sicht der chinesischen Medizin nur eine bestimmte Menge an Energie gibt, die uns mitgegeben ist und diese sich unweigerlich im Leben verbraucht, betrachtet man es vielleicht anders.

 

Welchen Einfluß haben emotionale Probleme auf den Schlaf?

 

Aus Sicht der TCM sind alle übermäßigen Emotionen ungesund. Stress, Sorgen und Ängste führen nicht nur zu Schlafstöungen sondern auf Dauer auch zu einer Störung der Funktionsabläufe der inneren Organe. Aber auch umgekehrt können aus Sicht der TCM energetische Störungen des Körpers oder der inneren Organe zu psychischen Problemen führen.

 

Zusammenhang von Schlafstörungen und inneren Organen

 

Es gibt zahlreiche Krankheitsmuster, die in der TCM zu Schlafstörungen führen. Ein Ungleichgewicht in einem Organ hat wiederum Wechselwirkungen und zieht andere Störungen nach sich. Wenn man Schlafstörungen dauerhaft behandeln will, ist es wichtig die grundlegende Ursache zu finden und zu therapieren.

Die Organfunktionen in der TCM sind nicht gleichzusetzen mit der schulmedizinischen Bedeutung!

Ein kleiner Einblick:

Wenn man nicht einschlafen kann, weil man endlos grübelt, gibt es oft einen Zusammenhang zum Funktionskreis Magen/ Milz, womit nicht nur die Verdauung an sich gemeint ist, sondern die gesamten Stoffwechselvorgänge. Nicht nur Nahrung, sondern die aufgenommenen Eindrücke müssen "verdaut" werden.

Der Funktionskreis Leber/ Gallenblase ist dagegen sehr anfällig für Ärger und Stress. Aus Sicht der TCM ist die Leber zuständig für einen reibungslosen Energietransport im Körper. Ärger und Stress blockieren die Leber und führen zu zahlreichen Beschwerden von prämenstruellem Syndrom bis Magenbeschwerden, aber natürlich auch zu Schlafstörungen. Allgemein typisch für diese Art der Störung ist ein Anspannungsgefühl. Auch ein nächtliches Aufwachen zwischen ein und drei Uhr gibt einen Hinweis auf die Leber, denn das ist die Zeit der Leber. Jedes Organ hat am Tag eine Zeit der höchsten Aktivität, was in der Organuhr beschrieben ist.

Oft ist auch das Herz an Schlafstörungen beteiligt. Insbesondere häufiges Aufwachen und ein sehr unruhiger leichter Schlaf sind typisch dafür. Das ist aus chinesischer Sicht oft der Fall, wenn zu wenig Blut und Energie vorhanden sind. Das kann viele Gründe haben wie z.B. Überarbeitung, Stress, falsche und ungenügende Ernährung.

Jegliche Art von Hitze im Körper, die im Körper besteht, insbesondere im Herzen, hält vom erholsamen Schlaf ab. Hitze entsteht aus Sicht der TCM dann, wenn etwas Energie stagniert, als würde ein Motor zu heiß laufen.

 

 


Wie sieht eine Behandlung mit chinesischer Medizin aus?

 

Besonders bei länger andauernden Schlafstörungen ist es wichtig eine ausführliche Anamnese zu erheben und daraus ableitend eine Diagnose nach TCM zu erstellen.

Im ersten Schritt werden die vorherrschenden Symptome behandelt. Es gibt beruhigende und harmonisierende Akupunkturpunkte, die den Schlaf fördern. Daneben auch chinesische Kräuter, die das Gleiche bewirken.

Im zweiten Schritt sollte auf längere Sicht, die grundlegende Störung behandelt werden. Je länger eine Schlafstörung besteht umso länger dauert auch eine Therapie. Da Schlafstörungen oft Ausdruck eines generellen energetische Ungleichgewichts im Körper sind, wird  dieses damit auch therapiert.

 

Ute Matzpreiksch- Lokies