Behandlungsablauf

Anamnese

Bei jeder länger andauernden Störung oder Beschwerden sollte eine umfassende Anamnese erhoben werden. Natürlich gibt es auch akute Notfallpunkte zur Schmerzlinderung beispielsweise, aber um zu verhindern, dass Beschwerden immer wiederkehren, ist es wichtig die tiefere Ursache herauszufinden.

Eine Anamnese sieht anders aus als beim Arzt. Natürlich werden schulmedizinische Befunde und Medikamenteneinnahmen mit einbezogen, aber grundsätzlich werden die Beschwerden in ein völlg anderes System, in bestimmte Muster, eingeordnet. Dazu ist eine ausführliche Anamnese wichtig. Dabei geht um den ganzen Körper. Tinnitus, Rückenbeschwerden und Schlafstörungen können zum Beispiel aus Sicht der TCM auf der gleichen Störung beruhen. So ist es für den Patienten vielleicht zuerst verwunderlich, was er alles gefragt wird. Kindheit, Beruf,  Gewohnheiten. Temperaturempfinden, Essensvorlieben um nur ein paar Dinge zu nennen.

Natürlich muss man nichts beantworten, was man nicht möchte und alles unterliegt natürlich der Schweigepflicht.

 

Zungen- und Pulsdiagnostik

 

Auch beim Arzt wird manchmal die Zunge angeguckt. Manche Krankheiten kann man typischerweise an der Zungenfarbe erkennen. Bei Scharlach ist die Zunge zum Beispiel oft himbeerrot. Bei einer akuten Erkältung hat fast jeder schon einen schleimigen oder gelben Zungenbelag bei sich gesehen.

In der Chinesischen Medizin hat man aus der Diagnostik der Zunge eine ganze Wissenschaft gemacht.

An Hand von Form, Farbe und Beweglichkeit der Zunge schließt man in der Chinesischen Medizin auf Funktionsstörungen und Erkrankungen im Körper. Die Zunge ist wie eine Landkarte, an der man viele Störungen erkennen kann.

 

Das Pulsfühlen beim Arzt hat nichts mit der Pulsdiagnostik in der TCM zu tun.

Die Pulse werden an beiden Händen und an jeweils drei Positionen und Tiefen gefühlt. (siehe Foto oben)

Bestimmte Organsysteme entsprechen bestimmten Pulspositionen. Die Pulsqualitäten geben  Auskunft über Funktionsstörungen und mögliche Dysbalancen im Körper.  Man kann zum Beispiel Fühlen, ob eine Störung eher oberflächlicher Art ist oder in die Tiefe vorgedrungen ist. Es gibt über dreissig verschiedene Pulsbeschreibungen.

 

 

Akupunktur

Die individuell ausgewählten Akupunkturpunkte werden am Körper ertastet und dann mittels Akupunkturnadeln stimuliert.

Ich benutze ausschließlich steril verpackte Einmal-Akupunkturnadeln. In der Regel benutze ich Nadeln japanischer Art, die sich dadurch auszeichnen, dass die Spitze scharf geschliffen, und die Nadeln sehr dünn sind, so dass man beim Einstich kaum etwas spürt.

Die Akupunktur wird sehr unterschiedlich empfunden. Manche Menschen können im Umkreis/Verlauf der Nadel bestimmte Empfindungen wie Kribbeln, Fließen etc. fühlen. Dies nennt man De-Qi und ist erwünscht. De Qi zeigt auf jeden Fall an, dass der Punkt richtig getroffen wurde und dass sich etwas energetisch bewegt. De Qi allein ist aber kein Erfolgskriterium. Denn manche Patienten nehmen auch gar nichts wahr, und trotzdem wirkt die Akupunktur bei ihnen.

 

Moxibustion 

Darunter versteht man die Erwärmung bestimmter Bereiche oder Akupunkturpunkte mit Moxakraut, einem getrocknetem Beifußkraut. Es wird z. B. zu kleinen Kügelchen geformt, die direkt auf der Akupunkturnadel abgebrannt werden (Feuernadel). Bei vielen Indikationen ist das Moxen therapeutisch wichtig. Es kann die Immunabwehr und insgesamt die Kräfte stärken.

Die meisten Menschen empfinden zu dem die Wärme als sehr angenehm.

 

Chinesische Arzneimitteltherapie

In China nimmt die Behandlung mit Kräutern den grössten Stellenwert in der TCM ein. Gerade bei chronischen, tieferliegenden Störungen sind sie sinnvoll, weil sie mehr in der Tiefe wirken. Im Gegensatz zu westlichen Kräutern werden chinesische Kräuter in genau ausgeklügelten Kombinationen  zusammengestellt. In der Chinesischen Medizin werden jeder Pflanze bestimmte Eigenschaften zugeschrieben.

Bestimmte Kräuter  wirken in bestimmten Organen besonders gut. . Die Wirkung entsteht durch die jeweilige Kombination und die Menge der ausgewählten Kräuter. Nach vorher beschriebener gründlicher Anamnese und Untersuchung wird ein individuelles Arzneimittelrezept erstellt.
Das Rezept wird auf Wunsch per Internet an eine Apotheke weitergeleitet, die darauf spezialisiert ist. Chinesische Arzneimittel sind ausschliesslich natürlichen Ursprungs. Dabei überwiegen 98 % pflanzliche Mittel. Es gibt einige wenige mineralische Arzneimittel und noch wenigere tierischen Ursprungs. Heutzutage und hier bei uns wird natürlich dem Artenschutz Rechnung getragen. In den Apotheken in Deutschland, die auf chinesische Arzneimittel spezialisiert sind, werden die Kräuter streng auf Qualität und mögliche Verunreinigungen untersucht.

 

Ohrakupunktur

Ich benutze Ohrakupunktur in der Regel unterstützend zur Körperakupunktur. Auf dem Ohr befindet sich ein Abbild des ganzen Körpers. Wenn man auf die Ohrmuschel schaut, sieht man praktisch das umgekehrte Abbild eines Säuglings. So weiß man, wo sich die entsprechenden Reflexzonen des Körpers am Ohr befinden.

Mit einem speziellen Punktsuchgerät spürt man die Punkte am Ohr auf, die auf ein Ungleichgewicht der entsprechenden Region im Körper hinweisen und behandelt sie mit kleinen sehr dünnen Akupunkturnadeln. Es gibt auch die Möglichkeit sogenannte Dauernadeln zu benutzen, die mit einem Pflaster befestigt sind, nicht stören und bis zu einer Woche im Ohr verbleiben können.

Die Ohrakupunktur hat sich besonders bei der Unterstützung der Rauchentwöhnung, einer Reduktionskost, sowie zu einer allgemeinen Stimmungsaufhellung besonders bewährt.

 

Gua Sha

Ist eine Massagetechnik aus der Volksheilkunde Asiens. Der Name bedeutet, dass man über die eingeölte Haut mit einem abgerundeten Instrument "schabt" bis sich die Haut rötet. Entlang bestimmter Akupunkturbahnen oder schmerzhaften Arealen wird auf der Haut geschabt. Dadurch wird das Bindegewebe gelockert, die Durchblutung verbessert und Giftstoffe (pathogene Faktoren) an die Hautoberfläche gebracht und somit ausgeleitet.

Die Haut kann ziemlich rot werden. Je mehr Verspannung, Schmerzen, je mehr Giftstoffe, um so stärker die Verfärbung. Das sieht manchmal beeindruckend ist, die Behandlung ist aber absolut schmerzfrei und wird von den meisten Menschen sofort als wohltuend und befreiend empfunden. Überwiegend werden auch Areale wie Schultern und entlang der Wirbelsäule behandelt und die Rötung lässt auch bald nach. Gua Sha bewirkt eine Linderung von Schmerzen und führt zur Entspannung von Muskulatur, Sehnen und Bändern, Lockerung des Bindegewebes, verbesserte Sauerstoffversorgung des Gewebes, Ausleitung von Giftstoffen und einer Aktivierung des Immunsystems.

 

Schröpfen / Schröpfmassage

Beim Schröpfen werden kleine Gefässe aus Glas "Schröpfköpfe" mit Unterdruck (meist erzeugt durch eine Pumpe) auf der Haut festgesaugt.

Das Schröpfen stammt aus der Naturheilkunde und ist ein sogenanntes Ausleitungsverfahren. Ziel ist es schädliche oder krankmachende Stoffe aus dem Körper zu entfernen. Durch den Unterdruck wird das Bindegewebe massiert, die Durchblutung des Gewebes angeregt und der Lymphstrom verbessert. Verspannungen und Blockaden können damit gelöst werden.

Das kann Verhärtungen, Verspannungen und Schmerzen lindern.

Es können blaue Flecken (Hämatome) entstehen, die aber therapeutisch erwünscht sind. Das hängt aber auch individuell von der Stärke des Unterdrucks ab.

Das Schröpfen bewirkt ausserdem die Aktivierung der Reflexzonen am Rücken, die in enger Verbindung zu den Organen stehen "Headsche Zonen". Das ist auch von der Schulmedizin anerkannt bzw. so erklärt man sich, dass Bindegewebsmassage einen positiven Einfluss auf die inneren Organe hat. Headsche Zonen sind Hautareale, die jeweils vom gleichen Rückenmarksnerven wie bestimmte innere Organe versorgt werden. So können Störungen der inneren Organe sich durch Schmerzen in diesem Areal ausdrücken. Umgekehrt kann man die inneren Organe über das jeweilige Areal beeinflussen.

 

Chinesische Ernährungslehre (Fünf-Elemente)

Auf Wunsch wird die Behandlung jedes Patienten durch individuelle Ernährungstipps auf Basis der Traditionellen chinesischen Medizin ergänzt. Dabei geht es nicht um Fette oder Kalorien. In der TCM werden Nahrungsmitteln bestimmte thermische und energetische Qualitäten zugeordnet. Es muss also für jeden Menschen individuell überlegt werden, welche Nahrungsmittel und Zubereitungen gut tun.